Retrospektiven greifbar machen

Kategorien Allgemein
Retrospektiven greifbar machen

Retrospektiven sind ein wesentlicher Bestandteil in agilen Teams. Sie dienen dazu zu reflektieren und im Sinne des „Inspect & Adapt“ Verbesserungen für die kommende Zusammenarbeit zu erarbeiten. Innerhalb des Scrum-Prozesses ist es das letzte Meeting und schließt den aktuellen Sprint ab. Um dieses theoretische Vorgehen mit Leben zu füllen, werden wir in diesem Blog regelmäßig – mindestens einmal im Monat – konkrete Beispiele aufzeigen und möchten so Retrospektiven greifbar machen. In diesem Beitrag informieren wir zuerst über die Ziele und den Aufbau einer Retrospektive. Konkrete Beispiele findet ihr in Kürze hier.

Ziele einer Retrospektive

Anpassungen an dem Scrum-Prozess können theoretisch zu jeder Zeit getätigt werden. Die Retrospektive gibt uns jedoch den Rahmen und die nötige Zeit – Stichwort Timeboxing – uns bewusst auf eine möglichst effiziente und gute Zusammenarbeit zu fokussieren. Dabei gilt es:

  • Die Arbeitsweise des Scrum-Teams zu überprüfen
  • Verbesserungen für die Folgesprints zu erarbeiten
  • Die Produktqualität zu verbessern
  • Die Zusammenarbeit im Team zu verbessern & ein Teamgefühl zu schaffen bzw. zu stärken
  • Aufkommen von Frust zu vermeiden

Zur Erreichung dieser Ziele werden Maßnahmen für die Umsetzung der wichtigsten Verbesserungen aufgestellt sowie positive Elemente identifiziert um Stärken zu stärken.

Sollte die Definition of Done (DoD) oder Definition of Ready (DoR) angepasst werden, so ist dieses Scrum-Meeting ein sehr geeigneter Anlass dafür. Generell gibt die Retrospektive dem Scrum Master die Möglichkeit Praktiken innerhalb des Scrum-Prozessrahmenwerks anzupassen.

Aufbau einer Retrospektive

Grundsätzlich gibt es keinen definierten Aufbau einer Retrospektive. Ich – sowie viele andere Scrum Master – orientieren sich jedoch an folgendem Aufbau:

Warm up

Zu Beginn sollen alle Teilnehmer im Termin ankommen. Und damit ist nicht nur die physische Anwesenheit gemeint. Vielmehr sollen die Teilnehmer darauf vorbereitet werden in der kommenden Timebox gemeinsam die Ziele der Retrospektive zu erreichen.

Daten sammeln & priorisieren

In dieser Phase werden rückblickend auf den aktuellen Sprint alle Themen gesammelt, über die mindestens ein Teilnehmer sprechen möchte. Es dürfen alle Themen angesprochen werden, wobei sich nach meiner Erfahrung der Fokus auf Prozesse, Personen & Beziehungen sowie Werkzeuge legt. Nachdem alle positiven sowie negativen Aspekte des Sprints gesammelt wurden, priorisiert das Team diese. Das Ergebnis ist eine Reihenfolge derjenigen Aspekte, die das Team innerhalb der Retrospektive weiter besprechen möchte. Angefangen mit dem höchstgerankten Aspekt werden anschließend die Phasen 3 & 4 durchlaufen bis keine Aspekte übrig sind – eher unrealistisch – oder die Timebox des Meetings zuneige geht. Hierbei gilt Qualität vor Quantität!

Einsichten gewinnen

Bevor wir nun sofort Verbesserungen der einzelnen Aspekte definieren, soll zunächst eine tiefe Einsicht gewonnen werden. Kurz gesagt: Hier geht es um das WARUM.
Aus meiner Sicht ist diese Phase die Schwierigste aber gleichzeitig die Wichtigste. Nur wenn wir die Ursache eines Problems kennen, können wir diese auch nachhaltig lösen. Hier ist der Scrum Master als Moderator besonders gefragt das Team die Ursache erarbeiten zu lassen gleichzeitig jedoch zu berücksichtigen, wann eine gewissen Tiefe erreicht wurde

Maßnahmen definieren

Jetzt, wo wir die Ursache verstanden haben, können wir gemeinsam Maßnahmen aufstellen, die das Problem lindern bzw. idealerweise lösen oder unsere Stärken weiter stärken. Wichtig ist hierbei, dass Sorge getragen wird, Maßnahmen als Userstories ins Product Backlog aufnehmen und entsprechend priorisieren zu lassen, sodass mindestens eine Maßnahme aus der Retrospektive im folgenden Sprint umgesetzt wird.

Abschluss

In der letzten Phase wird auf priorisierten Daten, die Einsichten und die daraus definierten Maßnahmen zurückgeblickt. Mit konkreten Maßnahmen zur Verbesserung der Effizienz und Zusammenarbeit bestückt, kann das Scrum-Team die Retrospektive und damit auch den aktuellen Sprint beenden. Ich persönlich lasse mir gerne in meiner Rolle als Scrum Master noch ein Feedback geben, um den Termin kontinuierlich zu verbessern. Auch hier gilt für mich „Inspect & adapt“

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

2 + = 12