Der Aufbau des Teamgedankens

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Oftmals heißt es in Unternehmen „wir arbeiten jetzt agil“ und Teams werden dementsprechend zusammengestellt – im besten Fall geschieht dies noch selbstorganisiert. Versetzt euch nun in folgendes Szenario: Die Teammitglieder kennen sich nicht, es besteht kein Interesse an „außerdienstlichen“ Aktivitäten wie beispielsweise einem Feierabendbierchen und die Produktvision ist nicht wirklich klar. Dieses Szenario ist nicht unbedingt eine Seltenheit. Doch wie kann in einem solchen Szenario der Teamgedanke auf- und ausgebaut werden? Dieser Artikel geht genau darauf ein. Schon einmal vorweg: Nein es ist nicht die ultimative Lösung, aber hier präsentieren wir einen Ansatz, wie man dieses Problem adressieren kann.

Der Teamgedanke – ein theoretischer Exkurs

Zuerst einmal ein bisschen Theorie. Tuckman entwarf das Phasenmodell der Teambildung, welches, wie der Name schon sagt, die Phasen beschreibt, die ein Team bei Zusammenschluss durchläuft. Das Modell hilft Führungskräften und Teams unter anderem eine Orientierung bei der Teambildung zu halten und sich zu organisieren. Auf das Phasenmodell nach Tuckman wird in einem anderen Artikel ausführlicher eingegangen, es bietet aber auch in unserem beschriebenen Szenario eine grobe Orientierung.

Die Praxis – ein erster Workshop

Nun zur Praxis: Das erwähnte Szenario habe ich in der Praxis schon erlebt. Wir haben in dem Falle vorerst einen Workshop ausgearbeitet, in dem gemeinsam im Team eine Teamvision erarbeitet und entwickelt wird. Nach der Einleitung, welche das Ziel des Workshops sowie den Nutzen eines Teams generell darstellt, ist ein Erlebenteil vorgesehen. Teamübungen verdeutlichen, was der Nutzen eines Teams ist und dass man gemeinsam am Ende etwas vielfältigeres und auch besseres entwickeln kann, sei es eine Software oder ein Produkt. Vielfalt schafft ebenfalls eine Vielfalt von Ideen. Auch hier gibt es verschiedene Übungen. Eine Übung ist beispielsweise ein Wackelbrett. Stellt sich nur ein Teammitglied auf das Brett, fällt es nur schwer das Gleichgewicht zu halten. Zu zweit geht es dann schon besser. Wenn jedoch 4 oder mehr Teammitglieder auf dem Brett stehen (je nachdem wie groß das Brett ist), hat das ganze Brett und das Team eine gewisse Stabilität erreicht. Eine einfachere Übung z.B. ist es, die Teammitglieder Entfernungen zu bestimmten Orten schätzen zu lassen. Zuerst jeder allein für sich, anschließend gemeinsam. Die Erfahrung zeigt, dass sich gemeinsam die Entfernungen viel genauer schätzen lassen und die Schätzung dichter an der realen Entfernung liegt. Diese Übungen haben als Ziel das Teamgefühl zu stärken und machen dies durch einfache Beispiele erlebbar.

Die Entwicklung gemeinsamer Werte in der Zusammenarbeit

Als nächstes ist es sinnvoll gemeinsame Werte für die Zusammenarbeit im Team zu entwickeln genausowie und die Stärken jedes einzelnen Mitglieds herauszustellen. Der erste Schritt ist also, die positiven Dinge zu beschreiben, persönlich sowie beruflich. Diese Übung verdeutlicht dem Team, wer wofür steht und was er kann. Im Anschluss schreibt jeder für sich wichtige Werte, die dem Mitglied in der Zusammenarbeit wichtig sind, auf. Außerdem soll auch geklärt werden, wer was unter welchem Wert versteht, sodass alle Teammitglieder sich zur Bedeutung alignen! Dadurch, dass erst jeder für sich Werte aufschreiben und vorstellen soll, gibt es viele verschiedene. Aus diesen Werten wählen die Teammitglieder durch ein Dot-Voting ihre persönlichen TOP 5 aus. Diese allgemeinen TOP 5 werden dann diskutiert. Auf die Werte commited sich jedes Teammitglied. Diese gemeinsamen Werte dienen als gute Orientierung für die Zusammenarbeit, auf die beispielsweise bei Entscheidungen hingewiesen werden kann.

Die Entwicklung der Teamvision

Die vorherigen Punkte des Workshops dienen der Vorarbeit zur Erreichung des Ziels: nämlich die Entwicklung der Teamvision. Hierzu gibt es ein Tool, nämlich die Team Canvas, welches eine gute Unterstützung bei der Entwicklung der Teamvision bietet. Das Tool ist ausführlich auf der Website beschrieben. Der Purpose, also der Sinn des Vorhabens, steht dabei im Zentrum des Ganzen.  Stellen wir die Team Canvas einmal zur Seite, fördern alle Übungen den Ausbau des Teamgedankens. Natürlich ist dieser Workshop nicht das Allheilmittel, dennoch bietet er einen Raum zum Austausch sowie einen Anfang für die Zusammenarbeit. Falls ihr Fragen oder Anregungen habt, hinterlasst gerne einen Kommentar.

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